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Telemarken – der Kick mit dem Knick Im Jahre 1886 entwickelte der Bauernssohn Sondre Auerson Norheim aus Morgeddal (Region Telemarken, Norwegen) einen neuen Schwung und begeisterte damit die Öffentlichkeit. Der Telemarkschwung war geboren. Später wanderte Norheim nach Amerika aus, um auch dort den Telemarkschwung zu lehren. Um die Jahrhundertwende begann dann in den Alpenländern der Zwiespalt zwischen der Telemarktechnik aus Norwegen und der bei uns üblichen Paralleltechnik. Und so kam es, dass bei uns das Skifahren mit der "freien Ferse" langsam in Vergessenheit geriet, während diese Technik in Norwegen ohne Unterbrechung fort bestand. Doch hatte Norheim in Amerika gute Saat gelegt. In den 70er Jahren dieses Jahrhunderts erinnerten sich gelangweilte Skipatrols aus Crested Butte/Colorado an den legendären Telemarkschwung, um mit leichterer Ausrüstung Touren zu gehen. Nachdem auch die Telemarkausrüstung wieder einen hochtechnischen Stand erreicht hat, sind dem Skifahrer durch das Fahren mit der "freien Ferse" ungeahnte Möglichkeiten eröffnet worden. In Deutschland hat die Zukunft des Telemarkens gerade erst begonnen. Auf etwa 8000 Mitglieder kommt die Telemark-Gemeinde in Deutschland, so die Einschätzungen des Deutschen Skiverbandes. Tendenz steigend, denn der Telemark- Sport besitzt eine faszinierende Ästhetik, an die ganz normales Alpin fahren nicht herankommt. Es ist dieser leichte Walzerschritt im Schnee, dieser gleichmäßige Rhythmus des Schrittwechsels, eine Art meditatives Wellenreiten bergab, das die Faszination des Telemarkens ausmacht. Einen Boom wird Telemarken allerdings nicht auslösen können. Es ist einfach der direkte Dialog mit dem Schnee: Durch den Kniefall liegt der Körperschwerpunkt im Schnee, nicht darüber. Im tiefen Neuschnee schaut manchmal nur noch der Kopf aus dem Schnee. Mittendrin statt nur obendrauf. Mit einer gewissen Grundfitness (besonders in den Oberschenkeln) und etwas sportlichem Bewegungstalent kann wirklich jeder Telemarken erlernen. Ausfallschritt folgt auf Ausfallschritt, immer und immer wieder. Wer den Rhythmus dann auch noch in der Buckelpiste halten kann, wird über normales Alpin fahren bald nur noch müde gähnen wie übers Topfschlagen beim Kindergeburtstag. Kein Wunder, denn selbst wenn man die Emotionen beiseite lässt, sprechen viele Gründe fürs Telemarken. Achtung Suchtgefahr!  Wer Telemarken einmal probiert hat (und der Muskelkater überstanden ist) wird nur schwer wieder davon loskommen. Free Heel Schorsch Dürr Bei Interesse bitte melden bei: Email: schorsch-duerr@gmx.de